Die “andere” Kirche Alteas
Altea, eine bezaubernde Stadt an der Costa Blanca, einem Küstenstreifen des spanischen Mittelmeeres, ist vor allem für ihre feinen Sandstrände und das sehr beständige, milde Klima bekannt. Doch sie hat weitaus mehr zu bieten, als „nur“ das: Neben einer vielfältigen Gastronomie sowie vielen Feiertagen und Festen, die sowohl nationale als auch internationale Besucher anlocken, bietet Altea auch einige architektonische Höhepunkte. Einer von ihnen nimmt landesweit eine ganz besondere Stellung ein: Die erste russisch-orthodoxe Kirche Spaniens, eingeweiht im Jahr 2007.
Der russische Bauträger mit der Vision, eine einem Tempel aus dem XVII Jahrhundert ähnelnde Kirche zu erbauen, lieβ die Materialien – vor allem Holz – aus dem Ural anliefern. Während derer Konstruktion schwitzten hier russische Spezialisten für Holzarbeiten; in ihrer Heimat, Sibirien, herrschten zur gleichen Zeit Minusgrade im hohen zweistelligen Bereich, da wirkte der milde spanische Winter gar tropisch.
Das Innenleben der Stätte ist vor allem von ihrem Altar geprägt. Dieser wurde in Valencia angefertigt, ebenfalls von aus Russland stammenden Arbeitern, und fällt durch seine reichen Verzierungen ins Auge. Zu dessen Seiten gibt es neben einem Raum, in welchem der Priester seine Gemeinde in persönlichen Gesprächen empfangen kann, auch ein Taufbecken für Erwachsene, befindlich in einem eigens für Taufen errichteten kleinen Tempel. Entsprechend der Traditionen der Religion kann hier jeder, welcher zum russisch-orthodoxen Glauben konvertieren möchte, mit seinem ganzen Körper in das Becken eintauchen.
Seit seiner Errichtung verwandelt sich der heilige Ort nun zu einer Touristenattraktion. Die Gebetsgänger, vor allem Immigranten aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, aber auch mehr und mehr konvertierte Spanier, stört das kaum. Sie begrüβen es sogar, so ihre Kirche und ihren Glauben an Bekanntheit gewinnen zu lassen. Stolz sind sie über ihr Heiligtum, eine Kirchengängerin kann es noch immer nicht glauben: Jahrelang wurde ihr die Religion in ihrem eigenen Land verboten. Und nun konnten sie diesen Ort des Glaubens errichten, in Spanien, wo noch dazu ein Klima herrscht, was gut und gerne als Segen Gottes bezeichnet werden kann.
Posted: April 15th, 2011 under Kultur & Brauchtum in Spanien, Optimal Hotels & Residences.
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